Andreas Kaminski: Antinomien des Vertrauens

Dr. Andreas Kaminski, Institut für Philosophie, Darmstadt

IFDT; 17. März 2015, um 15 Uhr

 

In der Literatur zu Vertrauen finden sich – unbemerkt – zahlreiche einander widersprechende Bestimmungen. Vertrauen wird dort beispielsweise entweder als Erkenntnisrelation (kognitiv) oder als Anerkennungsverhältnis (normativ), als risikobezogen oder als risikolos, als entscheidungsbasiert oder als unmittelbar, als grundlos oder als begründet begriffen. In meinem Vortrag möchte ich in einem ersten Schritt zeigen, dass es sich hierbei um widersprüchliche Modellierungen von Vertrauen handelt. In einem zweiten Schritt geht es mir dann darum zu demonstrieren, dass auf keine der einander widersprechenden Bestimmungen verzichtet werden kann. Sie lösen die jeweiligen Einseitigkeiten der anderen Modellierungen auf. Erst wenn man sie zusammen versteht, ergibt sich ein angemessener Begriff von Vertrauen.

Biographie
Andreas Kaminski ist Postdoc am Institut für Philosophie der TU Darmstadt und Leiter der Abteilung für Wissenschafts- und Technikphilosophie am HLRS an der Universität Stuttgart.. Aktuelle Forschungsgebiete sind „Die verwickelte Einfachheit von Vertrauen“ (Habilitationsthema) sowie „Prüfungs- und Messtechniken als Subjektivierungsform“. Er promovierte 2008 zum Thema “Technik als Erwartung. Grundzüge einer allgemeinen Technikphilosophie“. Er ist Sprecher des DFG-Netzwerks Geschichte der Prüfungstechniken 1900-2000. Andreas Kaminski ist zusammen mit Gerhard Gamm, Petra Gehring, Christoph Hubig und Alfred Nordmann Gründer und Herausgeber des Jahrbuchs für Technikphilosophie.